"Leider musste ich mein Zuhause verlassen. Es heißt, ich sei nie richtig stubenrein gewesen und hätte mich mit kleinen Kindern und anderen Katzen schwergetan. Dass ich nicht stubenrein bin, stimmt so nicht, ich benutze das Katzenklo zuverlässig. Was mir im Moment aber noch sehr schwerfällt, ist Vertrauen. Das Tierheim ist für mich sehr beängstigend : fremde Geräusche, fremde Gerüche und kaum Ruhe. Wenn mir jemand zu nahe kommt, fauche oder grummle ich noch. Das ist mein Weg zu zeigen, dass ich Abstand brauche und mich unsicher fühle. Anfassen mag ich derzeit nicht, und mit anderen Katzen komme ich im Moment nicht zurecht. Am liebsten würde ich in einem ruhigen Zuhause als reine Wohnungskatze leben, wo ich mich sicher fühlen kann."
“Einfach eingefangen und ins Tierheim gebracht - so erging es mir. Beim ersten Tierarzttermin habe ich schon mal gezeigt, wer das Sagen hat. Mit den anderen scheuen Katzen hier habe ich aber schon Freundschaft geschlossen, und ehrlich gesagt, habe ich gar keine Eile, mein eigenes Reich zu bekommen. Das Tierheim ist nämlich gar nicht so schlecht – gutes Essen, nette Gesellschaft und immer ein kuscheliges Plätzchen zum Chillen. Wer es wagt, mich zu adoptieren, sollte Humor, Geduld und ein stabiles Nervenkostüm mitbringen. Für alle anderen : keine Sorge, ich mache es mir hier erst mal gemütlich."
"Ich wurde in Gasperich gefunden. Mit Menschen habe ich bisher leider keine guten Erfahrungen gemacht, deshalb gehe ich lieber auf Nummer sicher : Sobald sich jemand nähert, setze ich meinen besten „Komm-mir-nicht-zu-nahe“-Blick auf, begleitet von einem tiefen Grummeln. Funktioniert super : Alle halten Abstand. Solange mir niemand zu nahe kommt, liege ich ganz stoisch da und beobachte alles aus sicherer Entfernung. Ob ich damit auf Dauer durchkomme ?"
Photo by Jérôme Neumann
"Im Moment wirkt alles bedrohlich auf mich, deshalb fauche ich oder ziehe mich blitzschnell in sichere Verstecke zurück, von denen aus ich alles genau beobachten kann. Fremde machen mir Angst, und ich brauche Zeit, um Vertrauen zu fassen. Mit viel Ruhe und Verständnis könnte ich vielleicht irgendwann zeigen, dass hinter meiner Scheu auch ein neugieriges, sensibles Wesen steckt."
"Man schätzt mich auf etwa 10 Jahre. Gefunden wurde ich als Streuner, ich habe mich also lange alleine durchs Leben geschlagen. Das merkt man mir an : Ich bin keine Katze, die sofort schnurrend auf den Schoß springt. Momentan bin ich schnell gereizt und reagiere sensibel auf meine Umgebung. Gesundheitlich bringe ich ein paar Besonderheiten mit : Ich habe eine Schilddrüsenüberfunktion und brauche deshalb lebenslang täglich mein Medikament. Außerdem bin ich zahnlos, komme damit im Alltag aber gut zurecht. Da meine Nieren nicht mehr die jüngsten sind, könnte in Zukunft spezielles Nierenfutter nötig werden. Ich suche einen ruhigen Haushalt bei sehr katzenerfahrenen Menschen mit viel Geduld und realistischen Erwartungen, die sich auch von gesundheitlichen Baustellen nicht abschrecken lassen. Ob ich jemals eine Schmusekatze werde, liegt aktuell in weiter Ferne. Nähe kann – wenn überhaupt – langsam, leise und in kleinen Schritten entstehen. Vielleicht bedeutet sie für mich irgendwann einfach, ruhig in deiner Nähe zu sein. Mehr kann und möchte ich im Moment nicht versprechen."
"Ich wurde gemeinsam mit meinem Partner Heng ins Tierheim gebracht. Während er inzwischen kleine Fortschritte macht, bin ich selbst noch gar nicht so weit. Alles hier ist für mich noch sehr fremd und beängstigend. Menschen traue ich bisher überhaupt nicht – ich halte Abstand, verstecke mich viel und lasse keinerlei Annäherung zu. Im Moment beobachte ich lieber aus sicherer Entfernung und versuche, mich in meinem eigenen Tempo zurechtzufinden. Ob ich jemals Vertrauen fasse, wird sich zeigen."
Photo by Jérôme Neumann